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Gerhart-Hauptmann-Literatur:
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| "Gerhart
Hauptmanns Hiddensee" von Rüdiger Bernhardt, erschienen
1996, 143 Seiten: |
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"Hauptmann
hatte bereits in den neunziger Jahren Sorge um sein
Hiddensee. In einem Brief vom 26.08.1899 an Otto
Brahm, nur im Auszug aus einem Antiquariatskatalog
bekannt, schrieb er, während er in Vitte am
"Armen Heinrich" und "einem possenhaften
Lustspiel" ("Schluck und Jau") arbeitete:
Hiddensee sei nun "eins der lieblichsten
Eilande, nur stille, stille, dass es nicht etwa
ein Weltbad werde."
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In
"Gabriel Schillings Flucht" sagt Professor
Ottfried Mäurer, der Bildhauer und Radierer
mit Zügen Max Klingers (1857-1920): "Diese
Klarheit! Dieses stumme und mächtige Strömen
des Lichtes! Dazu die Freiheit im Wandern über
die pfadlose Grastafel. Dazu der Salzgeschmack auf
den Lippen. Das geradezu bis zu Tränen erschütternde
Brausen der See ..."
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Und
die Violistin Lucie Heil, begeistert von der Droste, befürchtete
im gleichen Stück: "Es wäre gar nicht gut,
wenn die Insel bekannt würde; dann käme erst
mal das ganze Grossstadtgewimmel darüber hereingebrochen,
dann wär's mit ihrer Schönheit wohl aus."
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"Gabriel Schillings Flucht"
spielt um 1900; als es 1905 bis 1907 entstand, waren die
Befürchtungen zum Teil Wirklichkeit geworden.
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1910 war Hiddensee berühmt: In Kloster und Vitte
standen moderne Gasthöfe und Hotels; die Insel war
inzwischen gut zu erreichen und galt als Ort der Künstler."
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Für
Gerhart Hauptmann, den grossen deutschen Dichter
und Nobelpreisträger, gehörten sommerliche
Aufenthalte auf der Ostseeinsel Hiddensee zum festen Jahresrhythmus.
Seit Hauptmanns erstem Besuch 1885 galt der Insel seine
Sehnsucht. Nachdem er anfangs in unterschiedlichen Pensionen
gewohnt hatte, unter anderem 1924 gemeinsam mit Thomas
Mann und dessen Familie, kaufte er 1930 "Haus Seedorn",
das bis heute Wallfahrtsort aller Freunde grosser Dichtung
ist.
1946 wurde Hauptmann auf dem Inselfriedhof von Kloster
beigesetzt. |
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Hiddensee
inspirierte Hauptmann zu mehreren Werken, es war der
Ort des Bedenkens und Entstehens vieler seiner Arbeiten,
gleichzeitig aber auch ausschweifender Vergnügungen.
Rüdiger Bernhardt geht den Aufenthalten Hauptmanns
auf der Insel nach und spürt die Einflüsse in
den Werken auf. Die Spurensuche wird begleitet von zahlreichen,
teils wenig bekannten historischen Fotos. Farbaufnahmen
vom heutigen Hiddensee zeigen die ungebrochene Faszination
des Inselparadieses. |
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Schauplatz
Hiddensee: "Gabriel
Schillings Flucht" von Gerhart Hauptmann
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"Zu
seinem Freund Behl bemerkte Hauptmann über die "Insel
der Grossen Mutter": "Ich hätte sie wohl nie
geschrieben, hätte ich nicht jahrelang auf Hiddensee
die vielen schönen, oft ganz nackten Frauenkörper
gesehen und das Treiben dort beobachtet."
Dass sich nach der Jahrhundertwende Hiddensee schnell wandelte
und der Badebetrieb zunahm, dass es dabei viele Künstler
waren, die auf die Insel kamen, förderte das ungezwungene
Leben, auf das Hauptmann hier anspielt und das in anderen
Badeorten noch undenkbar war.
Das, was Hauptmann begeisterte, verärgerte andere ..."
Quelle:
Gerhart Hauptmanns Hiddensee, Rüdiger Bernhardt
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