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Gerhart-Hauptmann-Haus
Haus "Seedorn" - Gedenkstätte und kulturelles
Zentrum
Am
29. Juli 1885 lernte Gerhart Hauptmann, einer der
bedeutendsten Dramatiker des 20. Jahrhunderts, anlässlich
eines Kurzbesuches Hiddensee kennen und verfasste während
dieses Aufenthaltes das Gedicht "Mondscheinlerche"
(die "Mondscheinlerche", gesprochen von Percy
Hoven, finden Sie auf der Hauptmann-Porträt-Seite
in der rechten grauen Spalte). Er kam immer wieder auf die
Insel, und bald wurde Hiddensee fast in jedem Jahr das Ziel
seines Sommerurlaubs.
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| Im
Haus Seedorn in Kloster war Gerhart Hauptmann bereits
1926 Sommergast, 1930 konnte er das Haus schliesslich kaufen
und um einen Anbau mit einem grosszügigen Arbeitszimmer
und dem sogenannten Abendzimmer, in dem die Geselligkeiten mit
vielen prominenten Gästen und Freunden gepflegt wurde,
erweitern. Bis 1943 verbrachte er hier mit seiner zweiten Frau
Margarete Marschalk die Sommermonate. |
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| Auf
Hiddensee begann der spätere Nobelpreisträger
mit seinem Stück Schluck und Jau
(eigentlich "Gau"; Hiddenseer Namen), hier entstanden
unter anderem die Versunkene Glocke
und Iphigenie in Delphi. Der Schauplatz
seines Dramas Gabriel
Schillings Flucht ist unschwer als Hiddensee
zu erkennen. So setzte Hauptmann der Insel, die er
einmal als das geistigste aller deutschen Seebäder
bezeichnete, auch literarisch ein Denkmal. |
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Seit
seinem 10. Todestag 1956 ist das Haus Seedorn
Gedenkstätte und kulturelles Zentrum von Kloster,
denn hier finden
Lesungen, Vorträge und Konzerte statt. Hauptmanns
Wohnräume findet man so gut wie unverändert
vor: Schreibtisch, Stehpult, Tisch, Bücher und nachts
verfasste Notizen an der Wand über dem Bett wie Schweigen
ist die grösste Kunst, Es lohnt
nicht mehr und Reden entfernt
aus dem Jahr 1934. |
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| Die
starke innere Bindung des Dichters an sein Hiddenseer Haus findet
Ausdruck in dem Gedicht Die Insel, das er
bei seinem letzten Aufenthalt im Jahr 1943 verfasste:
Hier,
wo mein Haus steht,
wehte einst niedriges Gras:
ums Herz Erinnerung weht,
wie ich dereinst
mit Freunden hier sass.
Wir waren zu drein,
vor Jahrtausenden mag es gewesen sein.
Es war einsam hier,
tief, tief!
So waren auch wir.
Verlassenheit über der Insel schlief.
Dann kam der Lärm,
ein buntes Geschwärm:
entbundener Geist,
verdorben, gestorben zuallermeist.
Und nun leben wir in fremdmächtiger Zeit,
verschlagen wiederum in Verlassenheit.
In meines Hauses stillem Raum
herrscht der Traum.
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