Geologie  

 
Hiddensee ist ein Werk der Eiszeit und der Meeresströmungen. Die drei Inselkerne wurden durch Schwemmaterial miteinander verbunden, so dass auf kleinstem Raum eine abwechslungsreiche Landschaft entstand: Im Norden der Dornbusch mit teils bewaldetem, teils kargem Hochland und der nach Westen abfallenden Steilküste. In der Inselmitte das Flachland mit der Dünenheide und den langen, feinsandigen Stränden entlang der Dörfer Kloster und Vitte. Und an der Südspitze der Gellen, ein einzigartiges Vogelparadies.  

 

 
Vitter und Schaproder Bodden

Als „Bodden“ werden flache Meeresteile bezeichnet, die in das Land hineinragen. Entstanden sind die Hiddenseer Bodden durch die allmählich vor sich gegangene Anschwemmung des Flachlandes der Insel. Die Wassertiefe in den Bodden liegt zwischen einem und fünf Metern.

Im Bodden kommen Flundern, Strandschnecken und Meerasseln in grosser Anzahl vor. Muscheln findet man in den Boddengewässern nicht so oft wie in offenen Küstengewässern, auch bleiben die Muscheln (Herzmuscheln, Plattmuscheln und Sandklaffmuscheln) im Bodden kleiner.

Gellen

Als der „Gellen“ wird der südliche Teil Hiddensees bezeichnet. Er wurde - wie die gesamte Inselfläche südlich vom Dornbusch - nach der Eiszeit aus Schwemmsanden aufgebaut. Dieser Anlandungsbereich setzt sich aus einem ganzen Strandwallsystem zusammen und aus sich überlagernden Dünen, die in ständiger Wanderung begriffen sind.

Bis zu fünf Meter wächst der Gellen jährlich, auf dessen Flächen so rare Pflanzen wie Wollgras und der Rundblättrige Sonnentau wachsen und der selten gewordene Sandregenpfeifer brütet.

 

 
 

 
Dornbusch

Während der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren entstand der „Dornbusch“, das den nördlichen Teil der Insel bestimmende Hochland mit seinen Hügeln.

An klaren Tagen reicht der Blick von den Höhen des Dornbusch von Arkona auf Rügen über die gesamte Nachbarinsel bis zu den imposanten Kirchtürmen der Hansestadt Stralsund auf dem Festland.

Ständig wird an der bis zu 60 Meter hohen und circa vier Kilometer langen Steilküste „Dornbuschkliff“ Material abgetragen, das schliesslich im südlichen Flachland und im östlich vom Dornbusch gelegenen Sandhakensystem Bessin wieder anlandet.

Seinen Namen soll das Hochland von grossen Dornsträuchern haben, die in früheren Zeiten auf einer Höhe der ansonsten kahlen Steilküste standen und den Seefahrern als Orientierungszeichen dienten.

Kliffabbruch 2004

An der Nordspitze Hiddensees ist Mitte März ein großer Teil des Kliffs abgebrochen. Rund 10.000 cbm Geschiebemergel sind unterhalb des Dornbusches in Bewegung geraten. Geologisch ist Hiddensees Nordspitze ein aktives Gebiet. Denn zweimal jeweils rund 60.000 cbm waren im Bereich des "Toten Kerls" schon im Jahre 2000 abgebrochen. Die Insel in Veränderung ist zwar spannend, trotzdem warnt das Nationalparkamt Urlauber und Einheimische vor Klettertouren in der entstandenen spaltenreichen Vulkanlandschaft.

Bessin

Vergleichsstudien anhand alter Karten dokumentieren die ganz wesentlichen morphologischen Veränderungen, die vor allem die Ostseite, die Halbinsel Bessin, betreffen. Bei den Landzungen „Alter Bessin“ und „Neuer Bessin“ handelt es sich - aus geologischer Sicht - um sehr junge Landbildungen.

Der Altbessin begann sich vor etwa 300 bis 400 Jahren herauszubilden und war um die Mitte des 19. Jahrhunderts bereits 3300 Meter lang. Mit Verwunderung beobachten kann man die beispiellos rasante Landbildung des Neuen Bessin, dessen Entstehung erst nach der letzten Jahrhundertwende begann. Während der Alte Bessin sich nicht mehr vergrössert, wächst der Neue Bessin jährlich um bemerkenswerte 30 bis 60 Meter. Derartig rasche Anlandungsprozesse dürften an der gesamten Küste nicht zu finden sein. Die Kliffkante des Dornbusch liefert mit ihren durchschnittlichen Rückgangsdaten von 30 cm jährlich das dafür erforderliche Bodenmaterial.

 

 
 

 

 

Zurück zur Homepage?
Leuchtturm klicken!
Klicken Sie doch auch mal direkt ganz links auf den Themenbutton "Inselführer", bevor Sie die Unterpunkte ansteuern: unser Themenüberblick für Sie!
Flora
Fauna
Geologie
 
 
Literaturtipp
  "Wie Hiddensee zur Insel wurde" von Prof. Dr. Günter Möbus, Greifswald - mehr ...
 
Bernstein
  Zeugen einer längst versunkenen Welt: Wo heute Ostseewellen rauschen, standen einst subtropische Wälder. Von ihren Nadelbäumen blieb nur das Harz übrig: Bernstein.

Der aus dem Tertiär stammende Bernstein - das „Gold des Meeres“ - wurde vor 100 Jahren noch zentnerweise von den Fischern gesammelt und verkauft. Kiloschwere Brocken sollen dabei gewesen sein. Wer sich als „Bernsteinfischer“ betätigen will, muss früh raus: Bereits vor Tagesanbruch sind die Profi-Sammler in ihren Wathosen am Strand zu beobachten.

 
 
An der „Grossen Düne“ wurde in den Jahren 1755 bis 1790 Cyprinenton gegraben, nach Stralsund verschifft und dort zur Fayencen-Herstellung verwandt. Im Museum von Kloster kann man sie heute noch bewundern, die kunstvoll gestalteten Kacheln, Teller, Vasen, Tischplatten und Behältnisse. Der Begriff Cyprinenton leitet sich ab vom lateinischen Namen der Porzellanmuschel, die fossil in das Material eingelagert ist.

Am besten sind die Chancen, Bernstein zu finden, nach Weststürmen. Im Winterhalbjahr, wenn die Stürme häufiger sind, lohnt es sich eher, nach den mehr oder weniger grossen Bernsteinbrocken am Hiddenseer Weststrand oder am Bessin zu suchen.

Um festzustellen, ob das Fundstück auch wirklich Bernstein ist, muss man wissen, dass Bernsein brennbar ist, leicht und weich. In einem Wasserglas würde er also schwimmen und die Zahn- oder Beissprobe würde deutlich machen, ob man auf einen harten Kieselstein oder auf den weicheren Bernstein gebissen hat. Vorsichtig sollte man sein, wenn „Bernsteine mit Einschlüssen“ angeboten werden - das könnten auch Fälschungen sein!

Eine grosse Auswahl an Bernsteinschmuck gibt es in der Schatzkiste bei Ute Engels in Kloster, Sehr schöne Hinweise auf Steine, Fossilien, Pflanzen und Tiere findet man in Erich Hoyers "Strandführer Insel Hiddensee".