Fauna

Hiddensee gilt als Vogelparadies und ist für den Ornithologen ein hochrangiges Forschungs- und Beobachtungsgebiet. Die Ostseeinsel liegt im Kreuzungsbereich der Vogelleitlinien von Nord nach Süd und von Ost nach West. Als Orientierung dienen den Vögeln zu den Zugzeiten Landmarken, so zum Beispiel der Dornbusch mit seinem dichten Bewuchs, der einer Vielzahl von Vögeln als Rast- und Nahrungsstätte dient.
 
Tausende von Kranichen, Wasser- und Watvögeln sammeln in den Flachwassergebieten des Geller-Haken im Frühjahr und Herbst Kräfte für ihre Reise zwischen Brutgebiet und Winterlager. Im Neuen Bessin brüten bedrohte Vogelarten wie der Sandregenpfeifer, die Flussseeschwalbe, der Austernfischer, der durch sein lautes „delit delit delit“ auf sich aufmerksam macht sowie die Brandgans, der Säbelschnäbler und die stark vom Aussterben bedrohte Zwergseeschwalbe. Ein Erlebnis für den Hiddensee-Urlauber ist der Zug der Kraniche in seiner artspezifischen Formation, begleitet vom eigenwilligen „Trompeten“ der Vögel. Besonders zur Herbstzugzeit verweilen die Tiere wochenlang und sind dann gut zu beobachten. Ein weiteres grossartiges Naturschauspiel ist der Anflug der Gänse. Zehntausende an der Zahl, darunter Graugänse, Bless- und Kanadagänse sowie Saatgänse, die sich in den Flachwassergebieten ausruhen, bevor sie ihre weite Reise fortsetzen.

Der Sprosser - die Nachtigall des Nordens
Was wäre eine nordische Sommernacht ohne singende Sprosser? Sprosser und Nachtigall sind nahe verwandt und zum Verwechseln ähnlich. Man hört den Sprosser leicht, aber es ist schwer den graubraunen Vogel mit rötlichem Schwanz zu Gesicht zu bekommen, da er mit Vorliebe im dichten Gebüsch lebt. Sein Gesang - der Sprosserschlag - ist von Mai bis Mitte Juni zu hören. Achten Sie beim Spaziergang von Kloster zum Dornbusch genau hin. Im Herbst geht die Reise dann nach Afrika. 90 % des gesamten Bestandes brüten in Mecklenburg-Vorpommern. Eine kleine Kostprobe des Gesangs können Sie sich hier downloaden... (wav-Datei 1,8 MB)
 
Häufig anzutreffen ist auf Hiddensee das Wildkaninchen, das man 1924 zur Bereicherung des jagdbaren Wildes erstmals auf der Insel aussetzte und das es auch hier versteht, sich rasch zu vermehren. Sehr viel seltener sind hingegen Reh, Hase und Fuchs anzutreffen.

42 Bienenarten wurde auf Hiddensee gezählt und mehr als 400 Arten von Gross-Schmetterlingen. Ein ähnlicher Artenreichtum konnte bei Käfern, Spinnen und Schnecken festgestellt werden.

An Kriechtieren schliesslich kommen auf Hiddensee die Waldeidechse und die schon sehr seltene und auch sehr scheue Kreuzotter vor.

Einige interessante Fische, die beim Tauchen in den Gewässern um Hiddensee erlebt werden können sind: Hecht, Flussaal, Quappe, Flussbarsch, Butterfisch, Aalmutter, Seeskorpion, Seestichling, Klippenbarsch, Tobiasfisch, Seehase, Kleine Schlangennadel, Steinbutt, Scholle, Seehause und Flunder. Bei ruhiger See kann man z.B. an der Westküste bei Unterwasserausflügen mit Taucherbrille, Schnorchel und Flosse sehr schöne Beobachtungen machen (s. auch angeln).

Robben sind in den Hiddenseer Gewässern leider selten geworden. Noch vor 100 Jahren lebten ca. 100.000 dieser Tiere in der Ostsee. Rücksichtslose Jagd und Umwelteinflüsse reduzierten die Art in der Folge schnell.



 

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Unsere Literaturempfehlung: Der 125seitige "Naturführer Insel Rügen", Insel Hiddensee von Erich Hoyer.
"Der Naturfreund findet eine hohe Konzentration von Naturreservaten vor und das zu Recht, denn abgesehen vom hohen Erholungswert der Landschaft sind erstaunlich viele verschiedene Lebensräume von Pflanzen und Tieren auf relativ engem Raum mit mannigfaltigem Arteninventar zu finden."


 


Im Dornbuschwald kann man ein Kleinvogelleben von erstaunlicher Vielseitigkeit wahrnehmen: Buchfink, Fitis, Gelbspötter, Grasmücke und den Sprosser, der zusammen mit der Uferschwalbe zu den charakteristischen Vogelarten der Insel zählt. Und überall begegnet man den Möwen, allen voran Lach- und Sturmmöwe.