Die Insel bietet ganz im Gegenteil zu Sylt, mit dem sie
immer verglichen wird, naturnahes, kein mondänes Leben.
Sie werden keine Modeboutiquen finden. Es gibt (fast) keine
Autos, damit keine Hektik, keinen Straßenlärm.
Wer nicht früh vom Hahn des Nachbarn geweckt wird,
wird wohlig durch Pferdehufe-Getrappel aus dem Schlaf geholt.
Sie lernen Vogeltöne unterscheiden und erfreuen sich
am Gesang des Sprossers, der Nachtigall des Nordens. Die
Rehe streifen nicht nur im Winter durch den Ort, sie fressen
sogar im Sommer die Nelken in den Vorgärten. Mitunter äsen
sie auch mit den Kühen auf der Weide, und Füchse
schauen nicht nur nach, ob der Hühnerstall verschlossen
ist, sie zeigen auch Frühaufstehern ihren Nachwuchs.
Je nach Jahreszeit werden Sie große Vogelschwärme
aller Arten beobachten.
Speziell in Kloster gibt es nur unbefestigte Sandwege,
die bei Trockenheit staubige Füße bringen, bei Nässe
dagegen Gummistiefel verlangen. Das Fahrrad ist das eigentliche
Transportmittel.
Lassen Sie Ihre Kinder ruhig allein Brötchen holen und
dabei „herumstrolchen“, vielleicht kommen sie
erst später zurück, weil sie mit Gleichaltrigen
gerade ein Pony besteigen wollen. Oder sie beschäftigen
sich gerade mit den Gänsen, Enten und Katzen unserer
Nachbarn – für Kinder einfach ein Paradies.
Die Ruhe der Insel steckt rasch an. Sie gewöhnen sich
an das Fehlen jeglicher Hektik, finden Freiräume zur
Selbstbesinnung. Trotzdem gibt es genügend Möglichkeiten
zu sportlichen Aktivitäten, wie Joggen, Radfahren, Reiten,
Fischen und Segeln.
Allen sei zunächst die Wanderung oben
an der Steilküste, auch der etwas beschwerlichere Weg
über Kiesel und Geröll am Uferfuß empfohlen.
Hier kann man noch die Urgewalt der Natur nachempfinden. Eventuell
findet man Donnerkeile oder Bernstein (zum Trost gibt es genügend
bei Einheimischen zu kaufen). Die Wanderungen am flachen Schwemmland
des alten und neuen Bessins sind für Naturfreunde sehr
reizvoll. Überall gibt’s Sanddorn in großen
Flächen, dessen orangerote Beeren von Herbst bis weit
in den Winter hineinleuchten. Übrigens werden diese Beeren
regelrecht „gemolken“, damit daraus – „natürlich“
mit Alkohol – der „Vitaminsaft der Insel“
gemacht werden kann.
Von den Hügeln direkt oberhalb Klosters lockt der berühmte
hundertfach gemalte Inselblick, bei gutem Wetter bis zu den
Kirchtürmen Stralsunds, der jedes Mal aufs neue verzaubert.
Natürlich ist die Insel, als „Seebad“ geadelt,
als Badeort im Sommer sehr begehrt, bietet sie doch schöne
Strände vor allem zum Gellen hin und am Bessin.
Jedoch, die anderen Jahreszeiten sind bestimmt nicht zu
verachten, beeindrucken sie doch mit herrlich frischen Landschaftsbildern,
speziell für Naturfreunde, Fotografen, Hobbymaler, gleichgültig,
ob im Frühjahr, im Herbst oder im Winter reifbedeckt,
mit Eisschollen auf dem Bodden. Dann ist die Insel auch völlig
ruhig geworden. Und Badezeit ist sowieso das ganze Jahr über
im Gästehaus Dornbusch.
Was nehme ich mit